Wenden
Aus Ruderwiki
Beim Wenden wird die Fahrtrichtung des Bootes fast auf der Stelle gedreht.
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lange und kurze Wende
Man unterscheidet 2 Arten der Wende, die lange Wende und die kurze Wende. Beide erreichen das selbe Ziel, wobei die kurze Wende nur in seltenen Spezialfällen oder in Kleinbooten überhaupt Sinn macht.
Lange Wende
Bewegungsablauf
Bei der langen Wende wird abwechselnd mit der einen Seite vorwärts und mit der anderen Seite rückwärts gerudert.
Das Kommando zum Wenden gibt einem an, über welche Seite man das Boot drehen soll. Vereinbarungsgemäß beginnt man die Wende immer mit einem Schlag rückwärts auf der angegebenen Seite.
Dabei geht man in den Endzug, dreht das Blatt der angegebenen Seite gegen die Fahrtrichtung auf, während man das Blatt auf der anderen Seite flach auf dem Wasser liegen lässt.
Bei "los" Streckt man erst beide Arme, und rollt anschließend mit dem Blatt im bzw. auf dem Wasser in die Auslage, wobei man mit der einen Seite rückwärts rudert.
In der Auslage angekommen dreht man beide Skulls um 90° von sich weg. Dadurch kommt das Blatt auf der bisher abgedrehten Seite in der gewohnten Position zum Rudern ins Wasser, und die andere Seite liegt nun wie gewohnt flach auf dem Wasser. Nun macht man einen ganz normalen Durchzug mit einer Seite.
In der Rücklage angekommen dreht man beide Skulls um 90° auf sich zu, womit man wieder in der Ausgangsposition ist.
Feinheiten
Handführung
Wichtig bei der Wende ist, dass man immer beide Hänge so nahe es geht beieinander hält. Es ist nicht so, dass man erste einen Zug mit einer Hand rückwärts macht, um dann erst mit der anderen Hand in die Auslage zu gehen, sondern durch das gemeinsame Bewegen beider Hände ist man direkt nach dem Zug der einen Seite in der richtigen Position für die andere Seite.
Blattwinkel
Das abgedrehte Blatt liegt normalerweise so in der Dolle, das es bei einer Bewegung in Fahrtrichtung auf dem Wasser aufschwimmt.
Bei der Wende bewegt man der Blatt aber gegen die Fahrtrichtung, und das Blatt schneidet in das Wasser ein.
Abhilfe kann man schaffen, wenn man beim Zug vorwärts das Blatt auf der anderen Seite nicht bis ganz in die Waagerechte dreht, sondern auf halbem Weg dahin aufhört. Dabei muss man den Winkel leider kontrollieren und kann ihn nicht wie bei allen anderen Ruderbewegungen der Anlage überlassen.
Kurze Wende
Bei der kurzen Wende sitzt man in der Orthogonalstellung im Boot. Dann führt man eine Wendebewegung nur mit den Armen durch. Der Ablauf der Bewegung der Blätter ist der von der langen Wende ähnlich, nur muss man diesmal die Skulls abwechselnd in entgegengesetzte Richtung um 90° drehen.
Die kurze Wende macht Sinn, wenn
- man in einem Kleinboot ohne Kielleiste sitzt, welches der Wende wenig Widerstand bietet, und man Angst hat bei einer Wende einseitig zu Rudern
- das Gewässer nur so breit ist, das man das Boot gerade wenden kann ohne anzustoßen, und das vor und zurück bei der langen Wende zur Kollision mit dem Ufer führen würde.
Hinweise für Übungsleiter
Das Wende erfordert sehr viele zu koordinierende Bewegungen auf einmal. Darum macht es Sinn, die Wende entweder schrittweise und unter Ankündigung jedes einzelnen Bewegungsablaufes zu machen, oder die Gesamtbewegung aus einzelnen Teilbewegungen zsuammenzusetzen.
mit Ankündigung
Beim erlernen der Wende als Gesamtbewegung gibt man zu jedem Teilschritt der Bewegung den Ruderern Anweisung. Dies sähe z.B. folgendermaßen aus:
- in die Rücklage, Stb gegen Fahrtrichtung aufgedreht, Bb flach
- Arme Strecken
- Beine anziehen, achten das Hände beieinander
- Skull um 90° zum Körper hin drehen
- Blattstellung ansehen
- abgedrehtes Blatt leicht ankippen
- Durchzug mit einer Seite
- Hände beieinander halten
- Skulls um 90° vom Körper weg drehen
- und von vorne
Die Bewegung ca 10x nur auf Anweisung machen lassen, damit die Ruderer die Bewegungsschritte sich einprägen können.
Dann beginnen die Bewegung als flüssige Bewegung zu machen, aber immer noch jeden Teilschritt dazu ansagen.
Am Ende die Steuerung der Bewegung dem Schlagmann übergeben, die Restmannschaft soll sich dann in ihm orientieren
Es empfiehlt sich, die Bewegung wenn ein einzelner aus dem Takt gekommen ist sofort zu beenden und neu von vorne anfangen zu lassen. Genauso ist es sinnvoll, die Bewegung ganz langsam und ohne Kraft durchzuführen.
Teilbewegungen
Wenn man mit Teilbewegungen arbeiten will, empfiehlt es sich die Bewegung in weniger Komplexe Bewegungen zu verlegen. Das bedeutet z.B.
- Rudern mit einer Seite vorwärts
- Rudern mit einer Seite rückwärts
- die Teilschritte mit bewusster Führung beider Hände ganz nah beieinander
- einseitig rückwärts Rudern unter Berücksichtigung des angekippten abgedrehten Blattes.
Danach die Wende mit abwechselnd 3 Schläge vorwärts, dann 3 Rückwärts und in Schritten von 10 Schlägen kleiner werdenden Blöcken bis man beim abwechselnden vor und zurück rudern angekommen ist.
Kurze Wende
Die kurze Wende kann man, wenn die Mannschaft die lange Wende beherrscht als Abschluss probieren. Da sie noch höhere Anforderungen an die Koordination stellt, sollte man sie nur versuchen, wenn die Mannschaft die lange Wende sicher beherrscht und über ausreichende koordinative Fähigkeiten verfügt.

