Ruderkommandos
Aus Ruderwiki
Ruderkommandos sind in jedem Verein anders. Der DRV gibt einen Standard vor, welcher der allgemeinen Verständigung durchaus zuträglich sein kann.
Die Kommandos bestehen meist aus 3 Teilen
- Ankündigung, was getan werden soll
- Vorankündigung des eigentlichen Ausführungskommandos
- Ausführungskommando
Bei einem großen Teil bleibt die Vorankündigung auch einfach weg, bei Notfall-Befehlen wie "Fertigmachen zum stoppen - stoppen - stoppt!" ist auch jede Vorankündigung weglassbar.
Inhaltsverzeichnis |
An Land
Mannschaft ans Boot
Mannschaft ans Boot - hebt - auf
- Am Boot eingreifen - Boot geht hoch
Die Mannschaft verteilt sich so am Boot, dass sie in der Lage ist, das Boot sicher aus der Halle/zum Steg/etc. zu tragen, packt am Boot an und hebt es auf Kommando an.
Boot drehen
Boot drehen - Wasserseite (Bootshausseite o.Ä.) - hoch
- Boot dreht Kiel zu Land/Wasser
- Offene Seite Land/Wasser
Das Boot wird in der angegebenen Drehrichtung gedreht.
Dabei insbesondere bei Gigbooten wichtig: Um das Bootsgewicht halten zu können, muss die Mannschaft auf der Seite, zu der das Boot hin gedreht wird, ihr Knie unter das Boot stellen, und das Boot darüber rutschen lassen, um das Boot im Moment des Umgreifens damit alleine tragen zu können. Auf keinen Fall dürfen Dollen und Ausleger den Boden (oder andere Hindernisse) berühren oder das Boot gar darauf abgestützt werden!
Über Kopf
Boot geht über Kopf - hoch
Die Mannschaft nimmt das Boot "über Kopf", d.h. steht mittig unter dem Kiel, greif an den beiden Dollborden an, und trägt das Boot auf den beiden gestreckten Armen über ihrem Kopf.
Das Boot kann von den Schultern über Kopf genommen werden, aber auch aus den Böcken oder gar aus dem Wasser an der Stegkante.
Beim Eingreifen am offen liegenden Boot darauf achten, dass man quasi in die entgegengesetzte Richtung schauend eingreifen muss, als man nachher mit dem Boot gehen will
in den Händen tragen
Das Boot wird von der Mannschaft am langen Arm in den Hängen getragen. Dabei stehen sich am besten immer 2 Ruderer direkt gegenüber, und so nah es geht an den Auslegern (des Boots-Gleichgewichtes wegen), aber NIE zwischen den Auslegern und NIE in den Verstrebungen des Auslegers.
auf Schultern tragen
Auf Schultern - ab / hoch
- rechts - links raus
Das Boot wird entweder aus den Händen auf die Schultern genommen (darauf achten das die Tragenenden in etwa gleich groß sind!) oder wenn es über Kopf getragen wird, geht man abwechselnd rechts und links zur Seite raus und trägt das Boot auf der Schulter weiter.
Bei Riemenbooten geht man gegenüber seines Auslegers raus, bei Skullbooten oder wenn die Auslegerzugehörigkeit nicht klar ist, beginnt der vorne Gehende (z.B. nach rechts), und die Mannschaft geht in Gegenrichtung ihres jeweiligen Vordermannes zur Seite raus.
vor Bauch ab
Vor Bauch ab
Das Boot wird von "über Kopf" vor den Bauch runter genommen, und dabei gedreht (so dass man es mit der offenen Seite nach oben z.B. in Gurtböcke oder ins Wasser setzen kann)
Fertig machen zum Einsteigen
Fertig machen zum Einsteigen - steigt - ein
- Fertigmachen zum Abstoßen -
- Ausleger frei
Die Mannschaft stellt sich auf das Einsteigebrett, nimmt die Skulls in die wasserseitige Hand, hält sich mit der anderen Hand am Boot fest, und drückt sich auf Kommando mit dem freien Bein vom Steg ab und setzt sich ins Boot (siehe auch Einsteigen). Bei Booten mit fünften Streben IMMER außerhalb der Strebe, aber auch generell außerhalb des Auslegers den Fuß auf den Steg belassen beim Einsteigen.
Das Kommando Ausleger frei gilt es immer dann zu geben bzw. zu beachten, wenn der Steg eine Kante hat, die höher als die eigentliche Stegfläche ist. Wenn der Ausleger nicht frei ist, also noch über der Kante schwebt, kann es beim Abstoßen passieren das man sich an der Kante einhakt und ...
Auf dem Wasser
Fertigmeldung vom Bug/Heck
Die Mannschaft meldet in der Reihenfolge, in der sie sitzt, dass sie fertig ist. Dabei gibt jeder die Fertigmeldung erst dann, wenn der vor ihm in der Reihe sitzende seine Fertigmeldung abgegeben hat, wo bei der am weitesten vom Kommandierenden Sitzende beginnt (im Achter also der Bugmann)
Wenn die Meldung beim Obmann angekommen ist, kann dieser dann davon ausgehen, dass alle Mannschaftsmitglieder fertig sind.
Insbesondere in großen Booten (> 4), wo die Kommunikation schwierig ist, erspart dies unnötiges lautes Nachfragen.
Ansprechen eines Mannschaftsteiles
Nummer 1/Bug/etc - Kommando - Ausführen!
Nur die angerochende(n) Nummer(n) führen das Kommando aus, der Rest macht das vorher Durchgeführte weiter.
Rudern anfangen
Alles vorwärts - los
- Alles vorraus - los
- In die Auslage/Rücklage - los
- Bitte rudern Sie - jetzt (Berliner Altherrenruderer)
Die Ruderer gehen in die Auslage, warten mit flach auf dem Wasser liegenden Blättern auf das Vorankündigungskommando, drehen die Blätter dann senkrecht und beginnen auf Kommando mit dem Rudern
Steuern
Backbord (Steuerbord) überziehen
Die Ruderer führen die Ruderbewegung ganz normal weiter, ziehen aber auf der angegebenen Seite etwas kräftiger.
Nur (Steuerbord) Backbord
Die Ruderer führen die Ruderbewegung weiter, ziehen aber nur auf der angegebenen Seite, währen die andere Seite mit abgedrehtem Blatt in der Luft bleibt.
(Schlagmann) Gegenhalten auf Bb/Stb
Technik um eine sehr enge Wende zu machen, die Mannschaft rudert nur einseitig, und der Schlagmann lässt seinen Skull parallel zum Boot liegen, dreht ihn gegen die Fahrtrichtung auf und zieht während er weiter rudert den Griff Richtung Boot. Das auf Höhe des Steuers liegende Blatt erfüllt die selbe Wirkung wie das Steuerruder, nur mit deutlich größerer Wirkung, ohne das Boot übermäßig abzubremsen (das funktioniert nur für das Blatt des Schlagmannes, alle anderen zeigen keine bis sogar kontraproduktive Wirkung)
Anhalten
Ruder - Halt
Das Kommando wird grundsätzlich während des Durchzuges gegeben, die Mannschaft führt den Zug zu Ende und geht nach dem Durchzug in die Orthogonalstellung und verharrt dort.
Blätter ab
Bei einigen Vereinen ist es Tradition nach dem "Rudern-Halt" das Boot fliegen zu lassen. In diesem Falle folgt, wenn das Boot keine Fahrt mehr hat oder die Blätter aus einem anderen Grund auf das Wasser gelegt werden sollen das Kommando "Blätter ab".
Stoppen - stoppt
- Stopp!
Wenn das Boot wegen eines plötzlich auftretenden Umstandes gestoppt werden soll, gibt man einfach das Kommando STOPP. Die Ruderer drücken dann das nicht ganz aufgedreht (jedoch fast senkrechte) Blatt je nach Kraft so feste es geht auf die Wasseroberfläche, um einen großen Widerstand zu erzeugen.
Das Blatt auf keinen Fall bei voller Fahrt umgekehrt aufgedreht in das Wasser stecken, es treten enorme Kräfte auf, die einem vor allem aus dem Achter heraus katapultieren können.
Stoppen auf Backbord/Steuerbord
Die Mannschaft stoppt nur auf einer Seite, meist um das Boot beim Stoppen zu drehen oder/und gleichzeitig einer Kollision auszuweichen.
Dabei wird das eine Blatt auf das Wasser gedrückt, und mittels des Körpergewichts leicht auf diese Seite gelegt um das Blatt im Wasser zu halten.
Stoppen beim Anlegen
Beim Anlegen ist es oft hilfreich auf einer Seite zu stoppen, um das Boot abzubremsen und parallel zur Stegkante auszurichten. Dafür wird häufig das Kommando Nr 4. (meist der Schlagmann) Bb/Stb bereithalten zum Stoppen.... stoppen verwendet. Dabei ist es Aufgabe des Stoppenden, die Kraft so zu dosieren, dass man weder am Steg anstößt noch am Steg vorbei fährt.
Wenden
Wende über Backbord (Steuerbord) - los
- Kurze Wende über...
- Lange Wende über...
Es wird abwechselnd auf der einen Seite vorwärts und auf der anderen Seite rückwärts gerudert. Die Angegebene Seite ist dabei die, welche in der Innenkurve liegt, also rückwärts gerudert wird.
Eine lange Wende bezeichnet dabei die normale Wende wie geschildert. Eine kurze Wende bedeutet, das man mit beiden Skulls gleichzeitig nur aus den Armen wendet. Dies hat den Vorteil, weniger mit dem Boot vor und zurück zu pendeln, und auf engen Gewässern nicht vorne oder hinten anzustoßen. Nachteil ist, das es länger dauert und mehr Kraft braucht, da man nur die Arme nutzen kann.
Rückwärts
Alles Rückwärts - los
- Fertig machen zum Streichen - los
Es wird rückwärts gerudert.
Anlegen
Zu den Möglichkeiten anzulegen siehe auch Anlegen
Blätter auf Stegseite hoch
Blätter auf Stegseite hoch
Bei der Anfahrt an den Steg die Blätter auf der Stegseite hoch nehmen, um nicht über die Stegkante zu kratzen.
Aussteigen
Fertig machen zum Aussteigen - Mannschaft steigt - aus
Die Mannschaft stellt ihren wasserseitigen Fuß auf das Einsteigebrett, nimmt die Skulls in die wasserseitige Hand, greift mit der anderem am Boot bzw. Steg, erhebt sich auf Kommando vom Rollsitz und steigt aus (siehe auch Aussteigen) Im Riemenboot wird entsprechend der Riemen mit der Außenhand auf das Dollbord gedrückt, bzw. dort festgehalten.
Sonstige Kommandos
Frei - weg
Alle bisherigen Befehle werden aufgehoben, die Mannschaft rudert ganz normal weiter.
Hoch abscheren
Die Innenhebel werden beim Vorrollen weiter nach unten (Richtung Kiel) gedrückt, um z.B. nicht mit den Blättern an Wellen hängen zu bleiben.
Halbe Kraft
- Volle Kraft
- Halbe Kraft
- ohne Kraft
Die Mannschaft rudert nur mit der angegebenen Stärke. Die ist z.B. bei Wellen oder beim Anlegen zur Einstellung der Bootsgeschwindigkeit hilfreich.
Skulls/Riemen lang
Wenn das Gewässer zu schmal ist oder man einer Kollision vorbeugen will, führt man die Skulls/Riemen auf der angegebenen Seite parallel zum Boot, indem man mit den Innenhebeln am Körper vorbei in Richtung Bug geht. Dabei lässt man den Griff nicht los, sondern stabilisiert soweit möglich noch das Boot (Blätter flach auf dem Wasser liegend).
Skulls achten
Vorstufe zu Skulls lang, die man verwendet wenn nicht klar ist, ob man die Skulls lang machen muss, bzw. bei kleinen Hindernissen wo nur ein Mannschaftsmitglied aufpassen muss. Die Verantwortung, was zu tun ist (Skull lang, weniger tief tauchen, einen Schlag aussetzen), tragen dabei die Ruderer. Bei diesem Kommando ist es hilfreich die entsprechende Seite (Backbord/Steuerbord) einschränkend zu nennen, wenn dies zutrifft.

