Rollsitz

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Historisch

Früher wurde mit festem Sitz gerudert, also nur mit Armkraft und Oberkörperarbeit. Das war mechanisch einfach.

Da die Beine viel Kraft haben, war dies leider sehr ineffizient. Darum versuchte man schon früh, die Beine mit in die Bewegung einzubinden. Erste versuche waren Gleitbahnen, auf denen der Ruderer mit einer gefetteten Lederhose vor und zurück rutschte. Dies wird in Kirchbooten heute teils noch mit Teflonbeschichteten Gleithosen praktiziert.

Mit der Verfügbarkeit von haltbaren Materialien und industriellen Bauteilen kamen die ersten Rollsitze auf.

Zweck

Der Rollsitz dient dazu den Ruderschlag zu verlängern und die Beine mit in die Bewegung einzubeziehen.

Bauweise

Bild:Rollsitze.png

Funktionsweise

Im Prinzip ist ein Rollsitz nicht weiter als ein auf Schienen fahrender Wagen im Boot.

Die Schienen, auch Rollbahnen genannt, sind im Boot festgeschraubt. Auf dem Wagen ist die Sitzplatte befestigt, auf welcher der Ruderer sitzt.

Rollsitzplatte

Er besteht meist aus einer mehr oder weniger anatomisch geformten Holzplatte. Teilweise werden neuerdings auch Sitzschalen aus Kohlefaser oder Kunststoff verwendet. Der großer Vorteil dieser Bauart die verbesserte Optik, vielleicht noch ein minimal geringeres Gewicht.

Meist befinden sich in Rollsitzen zwei große Löcher, welche den Sitzknochen Platz schaffen und das Sitzen, mit der zugehörigen Kippbewegung des Oberkörpers, über das Hüftgelenk im Endzug/Vorsbeugen, so erheblich angenehmer machen.

Es gibt diese Löcher in unterschiedlichen Größen, Abständen etc. Es gibt unterschiedliche Rollsitze für das weibliche und männliche Geschlecht.

Weniger verbreitet sind Rollsitze, die eine weiche Gummiauflage haben. Hingegen werden Rollsitzkissen häufiger von Leuten verwendet, deren Hinterteil nicht mit den gängigen Formen der Rollsitze kompatibel sind. So können sie z.B. bei nicht kompatiblen Hüftknochen-Rollsitzplattenloch-Verhältnis das Schmerzempfinden deutlich senken.

Schlittenrollsitze

Funktionsweise eines Schlittenrollsitzes. Der Rollsitz ragt an den Enden der Rollbahn durch seine Bauweise über

Ältere Rollsitze sind auf einem Unterwagen montiert, wodurch sich die Achsen beim Vor- und Zurückrollen in entgegengesetzter Richtung mitbewegen können. Diese Rollsitze werden auch Schlittenrollsitze genannt. Der Vorteil eines Schlittenrollsitzes ist das Fehlen von verschleissbaren Teilen wie z.B. Kugellagern, da der Rollsitz selber quasi auf den Achsen, welche die Rollen verbinden, rollt.

Durch das Rollen des Sitzes auf den Achsen bewegt er sich relativ zu den Rollen schneller übert die Rollbahn, und steht am Ende über die Rollschienen über. Hierdurch kann man kürzere Rollbahnen einsetzen.

Nachteil ist, dass man etwas auf dem Sitz 'schwimmt', er also eine leichte seitliche Bewegung erlaubt, die auch die Gefahr des Entgleisens vergrößert. Das kann bei hohen Schlagfrequenzen sehr hinderlich sein.

Diese Bauart ist heutzutage nicht mehr sehr verbreitet und kommt vorwiegend noch in älteren Booten vor.

Kugellagerrollsitze

Neuere Rollsitze besitzen starre Achsen mit kugelgelagerten Rollen. Vorteil hier ist eine ruhigere Rollbewegung, ohne das Spiel eines beweglichen Rollgestells bei lateralen Rollbewegungen.

Die länge heutiger Rollbahnen beträgt etwa 75-80 cm und variiert in der Breite. Im allgemeinen sind Rollbahnen, die weiter voneinander entfernt sind vorteilhafter, da man mehr Platz für die Waden hat, beim Strecken der Beine. Bei geringen Abständen kann man sich schnell "offene Waden" zuziehen, durch das ständige Auf- und Absetzen auf der Rollbahnkante.

Klammern

Rollsitze werden mit Rollsitzklammern am herausfallen und entgleisen gehindert.

Persönliche Werkzeuge