Mannschaftskoordination

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Mannschaftskoordination

In einer Mannschaft, die nicht zusammen rudert, kann kein einziges Mannschaftsmitglied richtig rudern. Damit macht man alle Versuche, Widerstände zu minimieren, wieder zunichte!

Rudern wird als die Mannschaftssportart schlechthin gesehen. Nirgends ist es wichtiger, gemeinsam zu arbeiten, um eine effiziente Vortriebsarbeit zu erreichen. Jede Abweichung führt zu einem Geschwindigkeitsverlust, da gegeneinander Arbeiten Kraft kostet, spaßarm ist, und man seine maximale Leistung nicht bringen kann und somit langsamer ist als möglich.

Es gilt, aus vielen Individuen mit unterschiedlichen und für sich alleine perfekten Techniken eine einzige von allen im Boot anerkannte und bezüglich der Fortbewegung effektive Technik zu finden.

Übungen: Übungen zur Mannschaftskoordination

Ziele

Fühlen können, was die anderen machen

Gute Ruderer müssen sich nicht darauf konzentrieren, ob sie im Takt sind. Das Ziel ist es, anhand der Bootsbewegung zu spüren, was die anderen im Boot machen und sich durch das Boot selber steuern zu lassen.

Ziel: Das Boot ist das passive Medium, über das man mit den anderen kommuniziert

Gemeinsames Setzen und Ausheben

Nur gemeinsames Setzten und Ausheben ermöglichen einen gemeinsamen Durchzug und bringen effizienten Vortrieb. Dies geht nur über eine gute Vorbereitung des Setzens (\ref{kap:setzen_vorbereiten}) und anpassen der Schlaglängen:

  • Winkel
Alle in der Mannschaft müssen zwischen den selben Winkeln arbeiten. Vorgegeben ist der Aushebewinkel. Diesen kann man nicht durch Technik oder anderes ändern, nur sein Stemmbrett verstellen kann man. Alle müssen ihr Stemmbrett so einstellen, dass sie im gleichen Winkel aus dem Wasser kommen
Um dies zu Erreichen, muss man sein Stemmbrett so einstellen, dass beim Ausheben die Zugrichtung zu den Schultergelenken führt. Das tut sie, wenn man sein Stemmbrett so einstellt, das man entspannt in der Rücklage (20-30°) sitzend mit den Skullenden gerade nicht mehr an seinem Körper vorbeikommt. Bei annähernd gleicher Schulterbreite und Armlänge sind nun auch alle Skulls im Endzug parallel.
Darum fängt man besser nicht in der Auslage, sondern aus der Rücklage an zu Rudern, um sich diesen Punkt zu vergegenwärtigen und vor dem 'los!' noch mal kontrollieren zu können, ob jeder in seiner Einstellung die Schäfte parallel zu den anderen hat.
Der Auslagewinkel hingegen ist variabel. Er wird durch das Mannschaftsmitglied bestimmt, das die kürzesten Winkel fahren kann. Ein großer langer Ruderer kann seine Auslage verkürzen, ein kleiner Ruderer sie unter keinen Umständen verlängern. Darum bestimmt der Kleinste im Boot den Auslagewinkel, auch wenn er nicht auf Schlag sitzt!
Ziel: Gleiche Zuglängen, gleiche Durchzugsgeschwindigkeiten, gemeinsames Einsetzen und Ausheben, gleiche Druckpunkte
  • sanftes Setzen und Ausheben
Nur wer sein Blatt sauber und ohne Kraft ins Wasser setzt kann spüren, wann die anderen im Wasser sind und den Druck mit den anderen zusammen aufnehmen. Wer sein Blatt in das Wasser hackt, spürt es nicht. Ebenso kann man bei zu spätem Setzen, einer zu späten Druckaufnahme oder einer Pause in der Auslage nicht spüren, wann die anderen angefangen haben.
Wer beim Ausheben zu früh aus dem Wasser kommt oder im Wasser hängen bleibt, kann nicht merken, was die anderen machen, weil er "`mit sich selbst"' zu kämpfen hat.
Das gleiche gilt für hektisches oder ruckartiges übertrieben schnelles Ausheben.
Ziel: spüren wo die anderen Einsetzen, Koordination der Bewegung, gemeinsame Druckpunkte

gleicher Druckverlauf

Nur wenn ALLE mit dem selben gleichmäßigen Druckverlauf und auf den selben Punkt (dem Aushebepunkt) hin ziehen, hat man das Gefühl zusammen zu arbeiten. Auch ermöglicht kontrollierter Druck eine "Kommunikation" mit dem Rest, was gerade zu tun ist und macht somit eine Mannschaftskoordination möglich.

Den gleichen Druckverlauf erlernt man am besten, indem man alle unkontrollierten Kraftspitzen vermeidet und alle im Boot die Kraft aus dem Durchzug nehmen. Wenn man dann versucht einen gleichmäßigen gemeinsamen Zug an den Händen zu spüren, kann man merken was die anderen im Boot machen und dies auf seine Bewegung übertragen. Dann kann man die Kraft schrittweise wieder erhöhen.

Ziel: gemeinsames Beschleunigen des Bootes

gleiches Rolltempo

In der Vorrolle kann eine Mannschaft nur über das Boot kommunizieren. Wenn einer hier anders rollt, macht sich dies sofort bemerkbar und bringt die gesamte Mannschaft durcheinander. Insbesondere ein Schlagmann/Frau kann schwerlich einen gemeinsamen Rhythmus vorgeben, wenn jeder ihm/ihr über das Boot etwas anderes vermittelt!

Das Rolltempo ist sehr entscheidend für den Punkt des Einsetzens. Um in der Auslage keine Pause machen zu müssen, ist das Rolltempo so zu dosieren, das man im richtigen Augenblick und fertig zum Setzen in der Auslage ankommt. Dies ist möglich, wenn man kontrolliert vorrollt und seine Bewegung über das Boot so koordiniert.

Ziel: ruhiges gemeinsames Rollen, dadurch koordinieren des Rollens um gemeinsam in der Auslage beim Setzen anzukommen

individueller Perfektionismus

  • Mannschaft
Ein guter Ruderer rudert nicht seinen individuell perfekten Stil (oder was er glaubt, das es der perfekte Stil wäre), sondern bedingungslos den Schlag den der/die Schlagfrau/mann vorgibt. Auch wenn es nicht seinen Vorstellungen entspricht.
  • Schlagmann
Ein guter und ein sehr guter Schlagmann unterscheiden sich darin, dass der gute einen individuell perfekten Schlag rudert, der sehr gute dagegen sich an dem orientiert was die Mannschaft kann und diese vorsichtig in die richtige Richtung lenkt.
Optimal ist also ein Schlag, den alle anderen im Boot mitrudern können, selbst wenn der Schlag aus Sicht des Schlagmannes nicht perfekt ist.

Ziel: So rudern, das alle mitkommen und möglichst effizient rudern können

Zusammenfassung

Wenn man das Gefühl hat im Einer zu sitzen, man die Bewegungen der anderen an keiner Stelle merkt, dann macht man selber (und die anderen) alles richtig

Einschränkung: Es kann auch sein, das alle die selben Fehler machen, aber zumindest unter dem Aspekt der Mannschaftskoordination macht man alles richtig!

Das alles geht nur, wenn alle im Boot mitmachen und sich bemühen. Ein einzelner reicht aus, alle Mühe der anderen nutzlos zu machen. Darum ist es sehr wichtig, das man versucht zu fühlen, was der Rest der Mannschaft macht, und sich konzentriert!

Ziel: Das Rudern soll viel Spaß machen und effektiv sein!


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