Erkennen von Untiefen
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Untiefen sind desswegen unangenehm, weil man im glücklichsten Falle einfach feststitzt, im unglücklicheren es ein unangenehmes Geräusch macht und man nachher Schrammen im Boot hat, im unglücklichsten Falle das Boot seine Aufgabe - die Mannschaft über Wasser zu halten - nicht mehr erfüllen kann.
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Wo gibt es Untiefen?
Untiefen gibt es immer dort, wo
- Felsen oder andere massive Hindernisse (oft auch Menschengemacht, wie Rohrleitungen, alte Brückenfundamente, Wehre, Stromleitwerke) unter der Wasseroberfläche, die von der Strömung nicht weggeschafft werden können (unterhaöb der Brücke zu erkennen).
- Sandbänke oder Kiesbänke, die im Strom wandern (auf Wildflüssen wie z.B. der Loire, hier rechts unten im Bild zu erkennen)
- Sandbänke oder Kiesbänke, die sich im Strömungsschatten von massiven Hindernissen wie Felsen, Ufervorsprüngen oder einfach in der Innenkurve eines Flusses sammeln (unterhalb des Hindernisses unterhalb der Brücke)
- Kiesbänke, die sich in den ruhigen Innenbereichen von Wirbeln ablagern (im inneren von Buhnenbuchten z.B., siehe unten)
Felsen und massive Hindernisse sind nicht vorraussagbar, da sie oft mitten in der Strömung (Bei Strombauwerken sogar oft absichtlich) liegen und nicht naturgegeben sind.
Kiesbänke hingegen sind fast immer natürlich gebildet, und wer verstanden hat, wie die Strömung läuft, kann das vorliegen eines Unterwasserhindernisses erahnen. Dabei gilt folgendes:
- Im Strömungsschatten eines Ufervorsprunges (egal welcher größe) bildet sich ein langsam fliessender Wirbel, in dem sich potentiell Geschiebegut (also Sand, Kies) ablagern kann
- In Innenkurven von Flüssen lagern sich die in den Außenkurven weggespülte Kiesfracht wieder ab, und bildet große langgezogene Kiesbänke
- Hinter massiven Hindernissen herrscht geringere Strömung als drumherum, auch hier wird oft Kies abgelagert.
Wer mehr über Strömung und Hindernisse erfahren will, sollte sich den Abschnitt Hindernisse und Strömung durchlesen.
Erkennen von Untiefen
Es gibt 3 Fälle:
- stehendes Wasser: keine Chance, es sei denn, das Wasser ist so klar, dass man anhand von Farbveränderungen der Wasseroberfläche auf das nahen des Grundes schliessen kann.
- Wind: Wind verursacht Wellen, und diese brechen sich wenn es flach wird. Wer die Augen offen hat, kann dies erkennen.
- Strömung: Hier stehen einem alle Türen offen. Grundsätzlich kann (meist im Nachhinein) man alle Formen und Arten von Untiefen anhand der Wasseroberfläche erkennen
Wind
Bei Wind äußern sich Untiefen darin, dass die Geschwindigkeit der Wellen auf der Wasseroberfläche von der Tiefe des Wasser abhängen.
Wenn Wellen aus einem tiefen Bereich in einen flachen bereich kommen, werden sie abgebremst. Das ermöglicht dem Ruderer 2 Beobachtungen:
- Wellen, die bisher alle parallel verliefen, werden im Bereich der Untiefe zusammen geschoben, die Abstände der Wellenkämme werden kleiner. Die Wellen ähneln dabei in etwa dem Bild, wie man sie im Teil #Strömung beschrieben findet.
- Wenn es flacher wird, beginnen sich Wellen zu überschlagen. Dies ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass es flach wird.
Strömung
Strömung bricht sich an einem Unterwasserhindernis.
theoretischer Hintergrund
Wer nur wissen will, wie man sie erkennt und nicht verstehen will, wie es dazu kommt, kann diesen Teil überspringen.
Ein Hindernis in der Strömung verursacht eine kegelförmige "Störungsfront" in Form Wirbelschleppe, die sich nach hinten ausbreitet (im 2-Dimensionalen kennt man dies von einem Schiff, das seine Wellen zur Seite aussendet).
Wenn dieser Kegel an die Oberfläche gelangt, gibt es einen Kegelschnitt zwischen Störungsfront und Oberfläche, die in diesem Fall eine Parabel darstellt. Diese Parabel kann man an der Oberfläche als Wellen-Wirbel-Mix erkennen.
Ein kleines spitzes Hindernis kann man also an einer parabelförmigen Verwirbelung der Wasseroberfläche erkennen.
Wenn es ein breites Hindernis ist, kann man sich vorstellen, das sie viele Parabeln überlagern. Dies ist in der Optik als Hugyenisches Kugelwellenprinzip bekannt, und man kann zeigen, das sich daraus eine Front paralleler Wellen ergibt.
In der folgenden Abbildung sind die beschriebenen Phänomene einmal dargestellt:
- links ist ein Störungskegel in Seitenansicht dargestellt. Die gestrichelte Linie stellt die Wasseroberfläche dar.
- in der Mitte ist eine Aufsicht dargestellt. Die Gestrichelte Linie zeigt den Schnitt zwischen Kegel und Oberfläche in Form einer Parabel.
- rechts überlagern sich die Parabeln mehrerer Unterwasserhindernisse und bilden eine Front von Wellen.
Phänomene
Folgendes ergibt sich bei Hindernissen in der Strömung:
- Einzelne Hindernisse erzeugen eine parabelförmigen Störung an der Wasseroberfläche (Wellen, Wirbel)
- Breite Hindernisse erzeugen eine Front paralleler Wellen.
- grossflächige flache Unterwasserhindernisse (Kiesbänke) erzeugen eine Zone mit rauem Wasser leicht stromab versetzt. Dabei ist das Wasser am Beginn der Kiesbank extrem glatt, weiter stromab wirkt es aus der Ferne wie mit Schmirgelpapier angeraut.
Bei allen Fällen ist folgendes zu beachten:
- Das Hinderniss liegt immer vor der an der Wasseroberfläche zu erkennenden Spuren!
Das bedeutet, da wo man erkennen kann, das ein Hindernis existiert, ist die Gefahr nicht, sondern weiter oberhalb.
Meist kann man die eigentliche Stelle des Hindernisses daran erkennen, das die Wasseroberfläche an dieser Stelle nach oben gedrückt wird, und das Wasser dort im Vergleich zur Umgebung glatter ist.
Beispiele
Kiesbänke in Innenkurven
Bei Kiesbänken in Innenkurven gilt immer, dass jede Kiesbank quasi im Strömungsschatten der stromauf liegenden gebildet wird, und die Bönke selbst viel weiter stromab heraus ragen als man sehen kann
Man kann erkennen, wie die Sandbänke eine nach stromab offene U-Form haben, in deren Mitte es relativ tief ist, und wenn man von unten einfährt nicht wieder ohne Grundberührung heraus kommt.
Kiesbänke in Wirbeln
In den Buchten von Buhnen bildet sich eine Kreisströmung, in deren Mitte sich Sandbänke absetzen:
Überspülte Buhnen
Die eigentliche Buhne ist auf Höhe der Spiere (des Pfahles auf der Buhne). Die Wellenfront ist wie man erkennen kann mehrere Meter weiter Stromab verlagert, und im Bereich über der eigentlichen Buhne ist das Wasser glatter als anderswo. Als Faustregel kann man sagen, die Wassertiefe über dem Hinderniss ist etwa 1/3 so groß wie der Abstand zwischen Hindernis und seiner Wellenfront.
Einzelhindernisse
Einzelhindernisse bilden eine Wirbelschleppe in Form einer spitzen Parabel:
Man erkennt wie vom Hindernis (unterhalb der '2008' noch außerhalb des Bildes) eine spitz zulaufende Wellen und Wirbelschleppe ausgeht. Im rechten Bereich (Uferseite) begrenzt durch an die Wasseroberfläche drückendes Wasser, im linken Bereich (Stromseite) durch die Wellenfront. Im hinteren Teil der Wirbelschleppe schliesslich drück das Wasser aus dem Kegel nach oben.







