Einsteigen

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Inhaltsverzeichnis

Normales Einsteigen am Steg

Das "normale" Einsteigen in ein Ruderboot setzt voraus, dass das Boot bereits (vorzugsweise an einem Steg) im Wasser liegt und Skulls oder Riemen eingelegt sind.

Vorbereitung

  1. Man schiebe die Skulls/Riemen ganz in die Dolle, bis der Klemmring an jene stößt. Die Blätter sind dabei flach aufs Wasser gelegt, was den ersten Teil der Stabilität (vor dem Umkippen) darstellt. Der Rollsitz befindet sich ganz im Bug auf den Rollschienen.
  2. Man nehme den Griff oder die Griffe in die Hand der Wasser zugewandten Seite. (Tipp für den Anfänger: NIE loslassen!) = Teil zwei der Stabilität.
  3. Man setze den Fuß der Wasser zugewandten Seite auf das dafür vorgesehene Einsteigebrett/oder den dafür vorgesehenen Bereich. Hier ist wichtig, dass das Gewicht senkrecht auf dieses Brett wirkt = Teil drei der Stabilität.
  4. Man halte sich mit der noch freien Hand, welche zur Wasser abgewandten Seite zeigt, am Dollbord fest. = Teil vier der Stabilität
  5. Sehen, dass der untere Teil des Dollenstiftes sich nicht am Steg verhakt hat oder verhaken kann. Sonst kommt das folgende Manöver zu einem aprupten Halt.

Einsteigen

Man hat nun nur noch eine Gliedmaße frei, das dem Wasser abgewandte Bein, welches uns nun die Möglichkeit gibt, uns vom dem hoffentlich vorhandenen Steg weit genug abzustoßen. Man achte hier darauf, dass sich der Fuß immer ausßerhalb des Auslegers und in speziellen Fall auch außerhalb der fünften Strebe befindet.

Nachbereitung

Abstoßen
  1. Hat man sich abgestoßen, bleibt noch das Unterbringen der Füße in den dafür vorgesehenen Befestigungsmöglichkeiten auf dem Stemmbrett. Der, mit welchem abgestoßen wurde, bewegt sich geschmeidig, ohne jegliche Hektik, unter dem Skull durch und auf die entsprechende Halterung oder den Schuh zu. Dies bitte ohne Kontakt mit verletzlichen Teilen des Bootes (z.B. Bootshaut). Anschließend wird in einer nicht minder eleganten Bewegung das Gesäß sachte auf den Rollsitz verfrachtet. Nun kann der zweite Fuß, welcher sich auf dem Einsteigebrett befunden hat, ebenfalls in die Halterung/den Schuh geführt werden.
  2. Stemmbrett einstellen und die Füße befestigen, dann noch die Skulls uns Riemen ordnungsgemäß in die Hand nehmen und die Rudereinheit kann beginnen.

Einsteigen nach Kentermanöver im Skiff

Wir gehen in diesem Fall davon aus, dass man mit dem Skiff unterwegs ist und man aufgrund einer gewollten oder ungewollten Kenterübung wieder aus dem Wasser in das rettende Boot steigen möchte.

Vorbereitung

  1. Man schwimmt zur Bugseite der Ausleger, in den Bereich der fünften Strebe. Am geschicktesten nimmt man die Seite des Bootes, dass man im folgenden mit seiner kräftigeren Schokoladen-Seite zum Halten der Griffe kommt. Das ist bei Rechtshändern meist die Backbordseite und umgekehrt.
  2. Man schiebe beide Skulls/Riemen ganz in die Dolle, bis der Klemmring an jene stößt. Die Blätter sind dabei flach zum Wasser gedreht, um zu verhindern, dass man nach dem erfolgreichen Einsteigen direkt wieder umfällt.
  3. Man nehme beide Griffe in die Hand der Schokoladenseite. Diese werden im folgenden nie losgelassen.
  4. Man schiebe den Rollsitz so weit es geht in den Bug.
  5. Man halte sich mit der noch freien Hand der Nichtschokoladenseite am Dollbord fest, fixiere dabei mit dem Unterarm den Rollsitz im Bug.
  6. Man drückt nun mit der Schokoladenhand mit den Griffen auf das Einsteigebrett.

Wichtig: Erst wenn man diese Punkte alle erledigt hat, macht es Sinn weiter zu machen. Alles andere wird mit 95%iger Wahrscheinlichkeit wieder im Wasser enden!

eigentliches Einsteigen

Nun muss man sich selber aus dem Wasser in das Boot heben. Dabei ist es sehr wichtig, dass man mit seinem Körperschwerkunkt möglichst direkt in der Bootsmitte zum ruhen kommt.

Dabei gibt es zwei Methoden:

Elegant und materialschonend

  • Man macht in etwa die selbe Bewegung, wie wenn man sich aus einem Schwimmbecken auf den Rand setzen will: Man strampelt mit den Beinen, wirft den Oberkörper aus dem Wasser, geht dabei mit den Armen in den Stütz, und dreht sofort nach dem Erreichen der Stützposition den Körper ein, so dass man mit Hintern auf dem Beckenrand zu sitzen kommt.
  • Übung: An der Stegkante aus dem Wasser hieven ...
  • Im Boot nutzt man dabei die Hand auf dem Einsteigebrett (mit den Skulls darin) sowie die andere Hand an der gegenüberliegenden Bordwand als Stützpositionen. Das Eindrehen geschieht dann zu der Hand auf dem Einsteigebrett hin, so dass man danach auf dem selben zu sitzen kommt.

Variante zu elegant

Wer es nicht schafft, in einem Zug in den vollen Stütz zu kommen, kann sich die Sache erleichtern, indem er sich erstmal so hoch hievt wie es geht. Dann bleibt man in dieser Halbstützhaltung und legt sich mit dem Bauch oder der Hüfte auf der Bordwand ab, ohne die Arme locker zu machen. Dabei wird das Boot in das Wasser einsinken, und danach wieder hochschnellen. Diesen Schwung des Bootes kann man nutzen, um ganz in den Stütz zu kommen, und sich dann durch eindrehen auf das Einsteigebrett zu setzen. Wichtig: Die Aktion sollte beim ersten mal mit voller Kraft gemacht werden. Erfahrungsgemäß lässt die Kraft von Versuch zu Versuch nach, und die Erfolgsquote geht drastisch in den Keller! Insbesondere wenn es kalt ist, fehlt einem die Kraft sehr schnell. Dann besser auf Variante 2 Ausweichen.

Für schwächere Menschen

  • Wer nicht in den Stüz kommt, kann die Rollmopsvariante nehmen: Man hievt sich wie oben so weit es geht über das Boot, legt dann den Oberkörper auf diesem ab und wältz sich mit dem Gesicht zum Heck über das Boot, das ein bein rechts und das andere links vom Boot liegt. Nun kann man sich aufsetzen.
  • Wichtig: beim wälzen die Skullgriffe NIE loslassen.
  • Man muss bei dieser Methode aufpassen, dass man den Rollsitz nicht aus der Rollbahn wirft. Insgesamt ist das wälzen deutlich Materialbeanspruchender als die vorhergehende Variante.

Für beide Methoden gilt

Wichtig: Während des Vorganges dreht sich das Boot langsam wieder um. Jede Pause in der Bewegung sorgt dafür, dass der Rudererseitige Skull tiefer im Wasser versinkt. Je schneller das ganze geht, desto besser. Wenn man es nicht beim erstem Versuch schafft, nicht auf dem Boot liegen und hoffen. Das kostet Kraft. Besser wieder ins Wasser zurück und einen neuen Versuch starten.

Wenn man im Boot sitzt

  1. Sofort nach dem Einsteigen die Hand mit den Skullgriffen hochreissen, und beide Blätter auf das Wasser zwingen. Egal wie schief es hängt.
  2. Schauen das beide Blätter flach auf dem Wasser liegen.
  3. Dann erst die Beine ins Boot heben.
  4. Nun bleibt nur noch, den Rollsitz an die richtige Stelle zu bewegen, und sich wieder zu setzen. Die Füße werden wieder in die Schuhe/Haltevorrichtungen gesteckt und die Skulls in beide Hände genommen und es kann wieder munter weiter zum Trockenrudern gehen.

Bebildertes Infomaterial

Sehr informative bebilderte Literatur gibt es von den britischen Inseln: http://www.britishrowing.org/upload/files/Association/WaterSafety/CapsizePoster.pdf

Bilder Einsteigen am Steg

Datei:EinsteigenSteg.JPG

Skull Wasserseite rausschieben

Datei:EinsteigenSteg1.JPG

Rollsitz nach hinten schieben

Datei:EinsteigenSteg2.JPG

Skulls sortieren

Datei:EinsteigenSteg3.JPG

Abstoßen

Datei:EinsteigenSteg4.JPG

Fuss in Halterung/Schuh und auf Rollsitz platznehmen

Datei:Einstellen.JPG

Bilder Einsteigen vom Wasser aus

Datei:Einsteigen1.JPG

Skulls in eine Hand und das Stemmen vorbereiten

Datei:Einsteigen1a.JPG

Skulls in eine Hand von vorne mit Herausstemmen

Datei:Einsteigen2.JPG

Hinsetzen und Beine sortieren

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