Druckpyramiden
Aus Ruderwiki
In dieser Übung soll gelernt werden, den Druck auf das Blatt zu kontrollieren.
Hintergrund: Die meisten Ruderer sind im normalen Rythmus wenig effizient, weil sie ihre Kraft nicht gleichmäßig verteilen und mit dem Körper Ausweichbewegungen machen. Bei dieser Übung lernen sie, die Kraft länger und konstanter anzuwenden.
Dabei gelangen sie meist sehr schnell an ihre physiologischen Grenzen, da dies eine sehr viel intensivere Belastung bedeutet.
Am Ende der Übung sollten die Ruderer begriffen haben, das sie mit 3/4 der gefühlten Kraft bei sauberem Durchschub vollkommen ausgelastet und deutlich schneller sind, als wenn sie mit voller gefühlter Kraft arbeiten.
Inhaltsverzeichnis |
Zielgruppe
Fortgeschrittene/Profis/Perfektionisten
Korrigierbare Fehler
Folgende Fehler können korrigiert werden
- Falsche Tauchtiefe
- Sägen des Blattes
- Auswischen
- Maulwurf
- Hochziehen der Schultern
- Zu frühes Anwinkeln der Arme
- Kiste schieben
Folgende Verbesserungen kann man erreichen
- Das Boot läuft besser, wenn alle gemeinsam arbeiten
- die mannschaftsinterne Koordination wird besser
- Das Boot wird durch längere und konstante Beschleunigung effektiv schneller
- Es kommt Ruhe in die Ruderbewegung
- Weniger Schmerzen für die Ruderer
Durchführung
Die Mannschaft variiert den Druck, den sie anwenden soll, von Null auf maximale Kraft.
Vorraussetzung:
- Mannschaft ist in der Lage, gemeinsam zu setzen.
Sinnvolle Vorübungen:
Eigentliche Übung:
- Im normalen Ruderrhythmus einen möglichst langen Schlag ohne Kraft fahren. Dabei versuchen, einen gleichmäßigen Druck an den Händen zu spüren und das Boot durchzuschieben.
- Versuchen ein Gefühl zu vermitteln, wie das Boot während des Durchzuges schneller wird.
- Versuchen, einen gemeinsamen Druckpunkt bzw. einen gemeinsamen Druckverlauf zu finden.
- Danach die Kraft in Abschnitten von 1/4, 1/2, 3/4 und 1/1 steigern, jeweils in Serien von 10 Schlägen hoch und wieder runter.
- Achtung: Die Schlagzahl sollte dabei auf gar keinen Fall erhöht werden!!!
Bei den ersten Malen auf gar keinen Fall bis zur vollen Kraft gehen (diese bedeutet oft unkontrolliertes Zerren).
Besser am Anfang immer nur bis 1/2 hoch gehen, und am Ende mit 3/4 der Kraft eine Strecke von 500m fahren. In 99% der Fälle ist die Mannschaft danach so alle, das sie gar nicht mehr auf 100% wollen.
Hilfestellungen
Folgende Übungen können bei unerfahreneren Mannschaften als Vorübung helfen:
Um die Grenze der vollen Kraft auszutesten, die Übung Boot anschieben machen, und die dort auftretende Kraft merken lassen. Eventuell (wenn die Mannschaft bei Ansage der Stufen keine fühlbare Änderung zeigt) diese Übung auch mit unterschiedlicher Kraft machen.
Varianten / ähnliche Übungen
Varianten:
- versuchen mit 3 Schlägen eine möglichst weite Strecke zurückzulegen (schwierig zu messen/verdeutlichen)
- versuchen, eine Strecke mit möglichst wenig Schlägen zurückzulegen.

