Bootshaut
Aus Ruderwiki
Die Bootshaut eines Ruderbootes ist der am ehesten sichtbare Teil eines Bootes, sie gibt dem Boot quasi seine Form. Die Bootshaut wurde im Laufe der Zeit aus den verschiedensten Materialien gefertigt.
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Materialiern
Plankenboote
Früher wurden Boote aus Planken gebaut. Die waren Bretter von 5cm breite, die Dachziegelartig übereinender gelegt und miteinander verbunden wurden.
Plankenboote sind sehr schwer, da die Holzbretter relativ dick waren. Vorteil war die leichte Reparatur durch den Austausch einzelner Bretter.
Plankenboote sind heute noch als A bzw. b-Gig's oder als Renngiggs zu sehen, Plankenrennboote sind nur noch im Museuum zu bewundern.
Sperrholzboote
Bei Sperrholzbooten wird eine größere Anzahl von sehr dünnen und biegsamen Holzplatten (<1mm) in einer vorgefertigten Form mittels Holzleim in die gewünschte Form gepresst.
Der Vorteil ist eine von Rennbooten bekannte glatte Oberfläche und trotz der dünnen Wand große Steifigkeit. Holzboote aus Sperrholz bleiben auch nach vielen Jahren noch sehr stabil.
Nachteil ist die Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit, Risse, Lackschäden und die schwierige Reparatur.
Kunststoffboote
Bei Kunststoffbooten wird die Bootshaut wie bei Sperrholzbooten aus einem steifen Gewebe und verschiedenen Harzen gepresst.
Als Gewebe werden Matten aus Glasfaser (GFK alias GlasFaserverstärkter Kunststoff) oder Hochleistungspolymeren (Kevlar, Kohlefaser) verwendet. Diese werden mit einem aushärtenden Kusntstoff ('Harz') getränkt und in mehreren Schichten in eine Form verleimt.
Der Vorteil von diesen Booten ist die kostengünstige Herstellung und die oft sehr robusten Eigenschaften. Die Bootshaut ist relativ unempfindlich gegen Stöße, da sie etwas nachgeben kann ohne zu brechen. Zusätzlich ist die Reparatur durch Ankleben neuer Matten an einer beschädigten Stelle relativ einfach zu machen.
Insbesondere GFK-Boote sind relativ schwer, in den Anfangszeiten nicht viel leichter als Plankenboote, auch wenn inzwischen die Gewichte deutlich gesunken sind und unter denen von Sperrholzbooten liegen.
Nachteil ist, das mit der Zeit die Fasern brechen und die ganze Bootshaut 'weich' wird.
Wabenboote
Wabenboote sind eine Verfeinerung der Kunststoffboote, wo zwischen einer Außenhaut und einer Innenhaut eine aus Waben (wie Bienenwaben) bestehende Schicht liegt. Diese macht die Bootshaut relativ dick (>5mm), dafür extrem leicht und durch die Dicke extrem steif.
Wabenbauweise führt zu extrem harten und steifen Booten, die gleichzeitig sehr leicht sind. Darum ist diese Bauweise bei Rennboote fast nur noch anzutreffen.
Nachteil ist der hohe Preis, und die schwierige Reparatur. Wenn Wasser in die Waben eingedrungen ist, muss dies erst trocken, dann muss eventell beschädigtes Wabenmaterial ausgetauscht werden und die Außenhaut wieder aufgebracht werden. Dies kann meist nur in einer Werft gemacht werden.
Kleinere Schäden, wo das Wabengewebe nur eingedrückt ist, werden durch verfüllen der Waben durch eine vielzahl gebohrter Löcher mit Kunstharz und anshcliessendem zuspachteln der Löcher repariert werden.
Eigenschaften
Die Bootshaut soll den Kompromiss zwischen Stabilität und Steifheit schaffen. Ein Steifes unnachgiebiges Boot neigt zu Bruchschäden, ein weiches flexibles Boot ist bei Kollisionen stabiler, allerdings rudert es sich schlechter.
Eine Bootshaut ist empfindlich gegenüber Kratzern, z.B. beim Ablegen von Gigbooten auf dem Boden. Das Eindellen der Bootshaut führt auf Dauer zu Rissen der tragenden Fasern, wodurch das Boot weich wird.
Die Bootshaut von neueren Booten kann durchaus das Gewicht eines im schwimmenden Boot stehenden Menschen halten. Bei einigen Werften wird auch die Bootshaut inzwischen gezielt in den Bereichen der Bodenbretter verstärkt, und auf die Bodenbretter verzichtet.
Generell gilt: Die Bootshaut wie ein rohes Ei behandeln

