Auswischen
Aus Ruderwiki
Das Auswischen ist ein sehr beliebter Fehler in der Ruderergattung. Er erzeugt riesen Quallen und macht entsprechenden Krach. Ist jedoch für die effiziente Fortbewegung im Ruderboot absolut kontraproduktiv.
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Was ist das Auswischen?
Das Auswischen ist daran zu erkennen, dass sich das Blatt im Bereich des Endzuges nicht mehr unter voller Blattdeckung befindet. Bis es am Ende des Zuges meist nicht mal mehr durch eine runde Nach-unten-Bewegung des Aushebens bedarf, da sich das Blatt bereits außerhalb des Wassers befindet. Es ist meist eine schleichende Entwicklung, die dem Blatt während des Zuges passiert.
Die Hände beschreiben hierbei eine Bewegung, welche man als "in den Schoß ziehen" bezeichnet. Sie werden beim Durchzug ab den Knien Richtung Unterbauch/Oberschenkel, anstatt Richtung unterem Rippenbogen gezogen. Anstatt einer horizontalen Linie beschreibt die Hand einen Bogen nach unten. Unter Fehler beim Tischkantenmodell ist dies schematisch aufgezeichnet: Die Bewegung des Blattes und die Bewegung der Hände relativ zur Tischkante.
Was können Auslöser für den Fehler sein?
Die Auslöser sind sehr manigfaltig, einige seien hier erwähnt.
Ruderer
- Der häufigste Grund ist die Nichtbeachtung des Tischkantenmodells.
- Wann immer der Ruderer aus diversen Gründen (z.B. ungleiche Zuglängen) meint, er käme im Endzug schlecht aus dem Wasser, oder aus Nachlässigkeit kann diese Ausgleichsbewegung auftreten.
- Wenn Zu wenig Platz beim Ausheben am Körper, da der Ruderer sein Stemmbrett nicht richtig eingestellt hat (siehe auch Platz einstellen).
Boot
Bootstechnisch gesehen könnte folgendes der Fall sein (die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit):
- Bei einem zu hoch eingestelltem Boot (wenn die Mannschaft z.B. zu leicht für das Durchschnittesgewicht ist) kann es ebenfalls zu solchen Auswischbewegungen kommen, da die Haltung im Endzug anatomisch schwierig bis unmöglich ist.
- Falsch eingestellte Dollen, bei denen die Winkel (zu großer Anlagewinkel) der Einsätze nicht stimmen, können eine solche Bewegung ebenfalls hervorrufen.
- Eine nicht mitgeführte Schulter, welche im Endzug sich nicht entspannt neben dem Körper befindet, kann auch ein Auslöser dafür sein.
- Wenn im Endzug oder zum Endzug hin die Körperspannung nachläßt, der Oberkörper einsinkt und dadurch weniger Platz zum Ausheben am Körper entsteht, findet der geneigte Ruderer hier das Auswischen als Lösung, was jedoch nicht die Ursache des Fehlers abstellt.
Was kann man dagegen tun?
Wenn man sich an das Tischkantenmodell hält, dann wird dieser Fehler ganz schnell wieder verschwinden. Ein bewußtes Durchziehen auf der Höhe der Blattdeckung bis an den Körper heran und einer anschließenden runden Bewegung des Aushebens.
Den ursprünglichen Grund für Fehler zu finden ist beim Rudern ein schwieriges Unterfangen, bei dem ein erfahrener Trainer jedoch mit einem Blick Abhilfe schaffen kann. Videoanalysen sind für das weniger geübte Auge eine Hilfe (Standbildfunktion/Slowmotion), genau wie Bilderfolgen. Aber hier ist Vorsicht geboten, das kann auch auf falsche Fährten führen.
Das korrekte Einstellen eines Bootes Bootseinstellung, z.B. den Anlagewinkel einstellen, ist eine hohe Kunst, bei der es einiger Erfahrung und vor allem Wissens und Denkens bedarf.

