Ausheben
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Das Ausheben
"send the boat away"
Das Ausheben selber ist ein Punkt in der Bewegung, keine Phase. Das bedeutet, zwischen Durchzug und Vorrolle ist keine zeitliche Phase 'Ausheben', sondern ein flüssiges, aber nicht hektisches Umlenken der Hand- und Körperbewegung in die Vorrollbewegung.
Bewegungsvorstellung
Wasserarbeit
Das Ausheben selber ist eigentlich relativ einfach: Blätter aus dem Wasser nehmen, abdrehen und dabei die Bewegung der Hände nach unten und über die Knie einleiten.
Bilder aus www.rudertechnik.de
Damit das klappt, geht man ganz am Ende des Durchzuges ein kleines Stück mit den Blättern aus dem Wasser, so dass man einen "`Berg"' vor und ein "`Tal"' dahinter hat, und das Blatt "`frei"' ist (oberer Reihe im Bild "Ausheben aus dem Wasser"). In diesem Tal hat man nun Platz das Blatt senkrecht nach oben aus dem Wasser heben, und - nachdem das Blatt aus dem Wasser heraus ist - abzudrehen (untere Reihe).
Das "`herausschlurfen"' (fast im Wasser drehen) aus dem Wasser wird zwar immer wieder kritisiert (und führt bei unruhigem Wasser auch zu Problemen wie kippen und hängen), man sieht jedoch immer wieder Ruderer, die damit sehr schnell sind.
Handkurve und deren Geschwindigkeit
Physikalischer Unsinn, aber eine gute Vorstellung: Ein Fahrzeug, das eine Kurve mit gleichmäßigem Radius fährt, kann seine Geschwindigkeit (= kinetische Energie) beim Umkehren der Bewegungsrichtung behalten. Genauso kann man sich das auch mit den Händen denken.
Die Hände sollen eine halbrundförmige Bewegung auf den Körper zu machen: Sie kommen horizontal auf den Körper zu, so spät wie möglich aber ausreichend früh halbkreisförmig nach unten weg, und wieder horizontal vom Körper weg (ohne dabei wieder nach oben zu kommen). Dabei bleibt die Geschwindigkeit der Handbewegung idealer Weise die ganze Zeit über konstant!
Man kann sich die Handbewegung wie ein Umkreisen einer Tischplatte vorstellen: Man geht horizontal über die Oberfläche, so schnell es geht rund um die Kante herum, und wieder horizontal unter der Platte zurück, und wieder so schnell es geht um die Kante herum...
Ziel: Schnelles Umlenken der Handbewegung, vermeiden einer Pause in der Bewegung
Übung:
- Gesteckt fahren
- Schlagaufbau
- nur mit den Armen Rudern
- Nur mit den Armen Rudern mit hohem Tempo
- Fliegen lassen
Vorstellungshilfen:
Oberkörper
Der Oberkörper beteiligt sich insofern an der Aushebebewegung, indem er sich nicht aktiv dran beteiligt. Er bleibt in leichter entspannter Rücklage einfach gerade und aufrecht, bildet damit ein ``Widerlager für die Handarbeit. Auch verharrt er nicht in der Rücklageposition, sondern geht sofort nach dem Umkehrpunkt wieder nach vorne.
Es gibt Nationen, die im Endzug fast mit gradem Oberkörper im Boot "`liegen"'. Dies erhöht den Zugweg und damit den Antrieb, führt aber zum Stampfen. Die Technik konnte sich nicht durchsetzen, und ist im Gigboot tödlich für den Rücken.
Ziel: Stabiles Widerlager bilden, Boot kontrollieren, keine Vertiaklbewegung machen
Übung: Gesteckt fahren
häufige Fehler
ungleiches Ausheben
Wenn man unterschiedlich aushebt, durch Knick in der Hüfte, verschiedenes Ankommen der Hände am Körper, verschiedenes "`in-den-Bauch-ziehen"' usw. kippt einem das Boot ab.
Problem: Man kann in der folgenden Vorrolle das Boot nur schwer stellen, Oberkörper nicht gerade, keine Stabilität
Übungen
- Fliegen lassen
- Pausenschläge im Endzug
zusammenfallender Oberkörper
Wichtig ist, dass das Oberkörper beim Ausheben aufrecht ist, und nicht die Aushebebewegung mitmachen und nach unten "`zusammenfallen"' darf, womit man eine Vertikalbewegung bekommt und alle Körperspannung und Stabilität verliert. Oft kommt es zusätzlich zu einem Einknicken der Hüfte.
Problem: Stampfen, keine Stabilität, Boot kippt
Übung: Gesteckt fahren
Sitzen bleiben
Was man nicht machen darf, ist im Endzug eine Pause zu machen, man sagt "`im Endzug sitzen bleiben"'.
Problem: Pause in der Bewegung (Zeitverlust). Bug sinkt stark ein, stampft, es bremst
Übungen
Blatt im Wasser drehen
Wenn man im Wasser das Blatt dreht, also bevor das Blatt aus dem Wasser raus ist schon waagerecht steht, muss man gegen den Widerstand des Wassers das Blatt herausreißen.
Die Maximalvariante ist das Krebs fangen: Das Blatt schneidet ins Wasser ein, und der Skull kommt parallel zum Boot zu liegen. Im Riemenboot kann dies zum "'Schleudersitz"' des Ruderns werden, wenn der Innenhebel einem aus dem Boot katapultiert!
Problem: unnötiger Kraftaufwand, der Rest des Bootes bemerkt einen störenden Impuls, bei ungleichmäßigem Herauszerren hängt das Boot zu einer Seite oder wird beim Riemenrudern gar umgeworfen
Übung: Gesteckt fahren
weiter mit Vorrollen








