Anlegen

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Inhaltsverzeichnis

Anlegen

Grundsätzliches Ziel des Anlegens sollte sein, dass man den Steg so erreicht, dass

  • Man bequem mit der Hand dem Steg die Stegkante erreichen kann
  • Das Boot möglichst keine Fahrt mehr hat
  • es zu keinem "Anstoßen" am Steg gekommen ist
  • alles Material (Skulls, Ausleger, Bordwand) keinerlei unsanften Kontakt mit dem Steg hatte

Wir unterscheiden 2 Fälle:

Anlegen am Steg ohne Strömung

Wer an einem Steg ohne Strömung anlegen will, sollte über folgende Themen informiert sein:

Wenn am Steg Strömung ist

Um an einem Steg ihne Strömung anzulegen, gibt es 2 Varianten:

  • parallel anfahren
  • Herandriften

Parallel anfahren

Diese Technik ist die einfachste, aber auch die problemstischerere der beiden, da eine lange Strecke an der Stegkante zurückzulegen ist (Gefahr von Kollisionen des Materials mit dem Steg)

Wenn man einen Steg parallel anfahren will, peilt man von unten kommend den Steg so an, dass man mit dem Rumpf an der Kante vorbei kommt. Die Ausleger müssen dabei (leider), über die Stegkante "schweben".

centering

Probleme:

  • Da man wie gesagt mit den Auslegern über die Stegkante schweben muss, besteht die Gefahr an ungleichmäßigen Stegkanten hängen zu bleiben, so z.B. am Beginn der Kante, aufgeschraubten Haken, Lücken zwischen Brettern/Platten, Querlagern etc. Darum ist es sinnvoll, mit sehr geringem Tempo an den Steg zu fahren.
  • Man muss bei dieser Variante das Bootstempo sehr gut einschätzen können, damit man nicht am Anfang des Steges stehen bleibt (man kann sich dann von der Mannschaft durchhangeln lassen) bzw mit so großem Tempo ankommen, dass man am Steg vorbei treibt bzw Kollisionen unsanft sind.
  • Wind und eventuelle leichte Querströmungen können das Boot an die Kante bzw von der Kante weg drücken, so dass man eventuell auser Reichweite der Arme von der Stegkante entfernt zu stehen kommt und dort "verhungert". Nun sit nur noch mit unsamftem Materialeinsatz ein annähern an den Steg möglich, oder warten bis der ÜL kommt und einem am Skull an den Steg heran zieht.

Herandriften

Bei dieser Technik macht man sich zu nutze, dass ein Boot nicht direkt der Steuerbewegung folgt, sondern mit einer Verzögerung und einem nicht unerheblichen Seitwärtsdrift.

Wenn man mit dem Boot eine Kurve fährt, entweder durch Steuern mit dem Hecksteuer oder durch einseitiges Stoppen, driftet das Boot weiter in die vorher eingeschlagene Fahrtrichtung. Was normalerweise unerwünscht ist, kann beim Anlegen genau den gewünschten Effekt ausmachen:

  • Man fährt den Steg in einem spitzen Winkel vom 5-10° an. Dabei zielt man in etwa 2m vor die Stelle, wo anschliessend der Bug zum stehen kommen soll.
  • Kurz bevor der Bug die Stegkante erreicht, zieht man kräftig am Steuer bzw lässt die Mannschaft auf der Wasserseite stoppen, um das Boot parallel zum Steg zu drehen, das Boot zu stoppen und die Seitwärtsdrift in Richtugn Stegkante einzuleiten.
  • Idealerweise kommt das Boot nun mit einer langsamen dreh-drift-Bewegung parallel zur Stegkante zum stehen.

Bild:AnlegenAmStegOhneStrömung2.png

Probleme:

Der Steuermann muss folgendes Beherrschen:

  • Er muss einschätzen können, in welchem Augenblick er die Steuerleine ziehen muss
  • Er muss das notwendige Tempo abschätzen können
  • die Mannschaft muss dem einseitig-Stoppen-Kommando folgen

Vorteile:

  • durch das Stoppen kann das Tempo sehr genau dosiert werden
  • Man kann auch einen Steg anfahren, wenn unterhalb ein weiteres Boot liegt
  • man kann bis kurz vor dem Stoppen noch manövrieren (beim parallelen Heranfahren ist schluss sobald die Skulls über dem Steg sind)
  • Man kann ein Boot auch ohne Steuermann sehr gut anlanden, indem der Schlagmann die Funktion des Steuermannes übernimmt (er hat die größte Dreh-Wirkung)

Variante:

  • Man überlässt das Stoppen und Drehen dem Schlagmann, da er die Stopp/drehbewegung sehr effektiv steuern kann. Dafür braucht man aber einen guten Schlagmann.

Anlegen am Steg mit Strömung

An einem Steg mit Strömung ist das Anlegen wesentlich einfacher als ein einem Steg ohne Strömung. Wie man im Kapitel Strömungslehre erfahren konnte, ist ein Hinderniss beim Rudern gegen die Strömung deutlich langsamer als ohne oder gegen die Strömung. Das bedeutet, man kann das Heranfahren an den Steg durch Variation des Bootstempos fast beliebig in die Länge ziehen bzw Steuern.

Extremvariante: Seilfährentechnik

Es gibt nur wenige Stege an denen diese Technik sinnvoll ist, aber sie zeigt sehr gut das Grundprinzip. Im 2. Teil [[Anlegen#Normalversion: Obere Kante anpeilen| praktisch verwendeten Technik] wird dann gezeigt, wie man normalerweise an Stegen in der Strömung anlegen kann.

Man nutzt die Technik einer Seilfähre, um im 90°-Winkel zu Strömung und damit auch Quer zum Steg sich auf den Steg hin zu bewegen.

Dabei fährt man erst deutlich vom Steg entfernt (soweit dass man auf jeden Fall noch Rudern kann) bis auf Höhe des Steges, schwenkt dann in Richtugn Steg, und wählt Tempo und Winkel genau so, dass man auf einer Höhe bleibend ohne Abtreiben seitlich zum Steg hin versetzt wird.

Wenn man den Steg fast erreicht hat, stellt man das Rudern ein, und dreht das Boot mit dem Steuer langsam parallel zum Steg, so dass man parallel zur Kante zum liegen kommt.

Bild:AnlegenAmStegMitStrömung.png

Was man bei dieser Technik gut erkennen kann ist folgendes:

  • Je stumpfer der Winkel zur Strömung ist, desto schneller nähere ich mich dem Steg.
  • Je spitzer der Winkel, desto langsamer nähere ich mich dem Steg
  • Wenn der Winkel null ist, ich also parallel zur Strömung/zum Steg, verharre ich im momentanen Abstand zum Steg.

Über den Winkel zu Strömugn kann ich also sehr exaKt die Annäherungsgeschwindigkeit an den Steg steuern!!

Für diese Technik benötigt man viel Strömung, möglichst fast 2/3 der Bootsgeschwindigkeit, sonst dauert es sehr lange bis man den Steg erreicht. Bei Stegen mit weniger Strömung bietet sich folgende Variante an:

Normalversion: Obere Kante anpeilen

Die Variante für Stege mit normaler Strömung ist eine Mischung aus der Technik Herandriften an Stege ohne Strömung und der gerade beschriebenen Seilfährentechnik.

Gleichzeitig bietet sie für unerfahrene eine ziemlich idiotensicherere Methode an den Steg zu gelangen.

Man fährt den Steg von unten an, und zielt dabei auf die obere Ecke des Steges. Während der Anfahrt hält man nun mit Hilfe des Steuers den Winkel so, dass man immer genau auf die obere Ecke zufährt.

Bild:AnlegenAmStegMitStrömung2.png

Folgendes passiert nun:

  • Je näher man dem Steg kommt, desto kleiner wird der Winkel zur Strömung
  • also wird auch die Annäherungsgeschwindigkeit an den Steg immer geringer
  • Direkt an der Stegkante ist das Boot Strömungsparellel und bleibt neben der Stegkante liegen.

Durch mehr auf den Steg zu oder vom Steg weg fahren kann man die Annäherungsgeschwindigkeit beliebig varrieren.

Das einzige was der Steuermann/Obmann selber regeln muss, ist die Geschwindigkeit des Bootes, damit man an der gewünschten Stelle zum stehen kommt bzw. nicht mit zu viel Fahrt am Steg ankommt.

Da man zusätzlich noch lange Zeit Platz für die Blätter zum Rudern hat, kann man bis relativ kurz vor dem Steg noch die Geschwindigkeit oder den Kurs durch die Ruderer ändern.

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