Angewinkelte Arme

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Als Rudern mit angewinkelten Armen bezeichnet man, wenn der Ruderer bereits vor Ende des Beinstoßes seine Arme heranzieht.

Inhaltsverzeichnis

Problembeschreibung

Grundsätzliche Bedenken

  • Der Ruderer muss die Kraft der Beine mit den Armen halten (Kraftverschwendung)
  • Zusätzlicher Energieaufwand, der nicht als Vortrieb genutzt werden kann
Anmerkung: Man beobachtet seit vielen Jahren, dass internationale Spitzenruderer mit krummen Armen rudern. Dies scheint also (solange es in einem bestimmten Rahmen bleibt) nicht sonderlich hinderlich zu sein. Die Frage ob es nun hinderlich oder nur Nachlässigkeit der Trainer bei der Korrektur ist, wird kontrovers Diskutiert (siehe auch rudertechnik.de).
Abgesehen davon gibt es tatsächlich Menschen, deren Beweglichkeit der Ellebogengelenke keine vollständige Streckung zulässt

Abgrenzung von "unschön" und "problematisch"

Ein Problem stellt es dar, wenn der Ruderer die Arme derartig weit anzieht, dass

  • er keine ausreichende Auslage mehr hat
  • Die Winkel am Griff ein Drehen verhindern
  • Die Ellebogen die Rollbewegung behindern Eichhörneln

Vorteile der leicht angewinkelten Arme

Die leichte Vorspannung der Arme hat auch Vorteile:

  • Bessere Reaktionsfähigkeit bei unsauber gesetztem Blatt (verhindert Kentern, besserer Bootslauf in Wellen)
  • sanftere Druckaufnahme
  • evtl. schnelleres Setzen

ähnliche oder mit diesem Fehler zusammenhängende Fehler

Auswirkungen

  • Hände bleiben an den Knien hängen
  • schnelle Ermüdung der Arme
  • Verkrampftes Rudern
  • keine Koordination des Setzens, der Schlaglänge und anderen Details mannschaftsinterner Koordination möglich.

Ursachen

Die Ursachen sind vielfältig

1) Falsche Bewegungsvorstellung

Der Ruderer hat es schlicht weg nicht gelernt, in welcher Reihenfolge man die Beine und Arme bewegt

2) Verkrampfte Haltung im Boot

Der Ruderer hat aus irgendwelchen Gründen Angst, zu langsam zu sein, oder beherrscht den Setzvorgang nicht.

3) falsche Handhaltung

Manchmal führt auch die falsche Stellung der Handgelenke dazu, dass der Ruderer nicht vollständig in die Auslage gehen kann. Wenn er aber in die Auslage schießt und ganz vorne an der Rollbahn ist, weicht er aus, in dem er die Arme anwinkelt.

4) Beinstoß auf den Zehnspitzen

Wenn der Ruderer den ganzen Zug über nicht mit den Fersen an das Stemmbrett kommt, steht er unter einer derartig hohen Spannung, das er meist auch automatisch die Arme anspannt

5) Ziehen statt Schieben

Der Ruderer versucht nicht das Boot mit den Skull zu schieben, sondern meint an den Skulls zerren zu müssen

6) Rundrücken/Hochgezogene Schultern

Wenn der Ruderer mit Rundrücken und hochgezogenen Schultern im Boot sitzt, ist er einfach viel zu verkrampft, um es richtig machen zu können

Korrekturmöglichkeiten

zu 1)

Mit dem Ruderer auf den Ergometer gehen, und mit ihm die Bein/Armkoordination beim Durchzug üben

zu 2)

  • dem Ruderer vermitteln, dass er eher zu schnell als zu langsam ist. Eventuell in Zeitlupe rudern lassen, und Schläge wie bei Starts aus dem Strand machen, wobei auf die "perfekte Auslage" geachtet werden muss.
  • ohne Kraft alleine Rudern lassen, um ein Gefühl für das Setzen und den Druck an den Blättern bekommen zu können

zu 3)

Handhaltung korrigieren

zu 4)

Mit dem Ruderer auf den Ergometer gehen, und die Bein/Armkoordination beim Durchzug unter dem Aspekt entspannten Sitzens üben

zu 5)

Falsche Vorstellung des Ruderers von der Bewegung im Boot, Übungen zum Durchzug machen lassen (Druckpyramiden, Gleichmäßigen Druck spüren etc.)

zu 6)

Übungen aus dem Bereich Hände nach außen führen machen.

Übungen für die Korrektur

Persönliche Werkzeuge